hoch hinauf
alpenvereinshütte · seethalerhütte
Die Alpenvereinshütte erfordert aufgrund ihrer Lage eine gewisse Einfachheit, alles Unnötige wird weggelassen. In der Neugestaltung des Innenraumes reduziert man sich auf die beiden Materialien Stein und Holz. Dabei soll so viel wie möglich aus ihnen herausgeholt werden. Die Gedanken zur Materialität und ihren Eigenschaften wurden auf die Räume übertragen: Material ist Wegweiser, gibt die Raumnutzung vor und definiert den Raum.
Hereinspaziert · zeig her deine Schuh´
Wie es sich auf Alpenvereinshütten gehört, werden die Wanderschuhe aus- und die Hausschuhe angezogen. Als eines der wichtigsten Elemente der Berge sollen diese dementsprechend präsentiert werden. In dem hellen, einladenden Eingangsbereich wird daher bewusst ein offenes Schuhregal platziert.
zurückziehen · da fühl´ ich mich sicher
Die Ausschank imitiert eine dunkle, massive Felswand, wobei Schaukeln als Barhocker dienen. Es suggeriert das Abseilen nach einem anstrengenden Aufstieg. Als Übergang von der Ausschank zur Stube wächst die Felsformation weiter. Sie baut sich auf und lässt eine Sitznische entstehen, in der man sich wie in einer Höhle zurückziehen und das Panorama durch das große Fenster genießen kann.
plaudern · gemeinsam statt einsam
In der Stube wird das Beisammensein groß geschrieben. Die gemütliche Atmosphäre lässt sie zum Treffpunkt der Wanderer werden. Große Tische und lange Bänke geben vor, sich zueinander zu setzten und tragen dazu bei, schneller miteinander ins Gespräch zu kommen. Das Design der Möbel ist schlicht, aber funktional. Die über den Tischen gespannten Lampen imitieren Bergspitzen, lockern die Strenge auf und erzeugen ein spannendes Treiben an der Decke.
schlafen · statt schnarchen
Beim Schlaflager wird das etwas veraltete Konzept des großen Schlafraums wieder aufgegriffen und auf neue Art und Weise umgesetzt. Unterschiedliche Ebenen sorgen dafür, dass für jeden Schlafplatz, trotz des großen Raumes, etwas Privatsphäre geschaffen wird. Die Schlafplätze zeigen zueinander und das Drehen der Köpfe in die Raummitte ermöglicht die Kommunikation zwischen den Gästen.
gute nacht · alles wird finster
Beim Lichtkonzept setzt man auf eine einfache, aber strikte Lösung: Man geht mit der Sonne schlafen und steht mit ihr wieder auf. Die Besucher:innen bekommen bei der Ankunft eine Taschenlampe. Dies soll unter anderem die Einfachheit des Geschehens auf einer Alpenvereinshütte wiederspiegeln.
hütte als wohnraum · das leben am berg
Die Innenraumgestaltung gleicht sich an die restliche Hütte an. Sie wird jedoch so abgeändert, dass genug Komfort für das Leben am Berg geboten wird. Es wird versucht, viel Stauraum unterzubringen, welcher gleichzeitig nicht erdrückend wirkt.
Die Möbel sollen wieder als „Eines” gezeigt werden.
360° Schlafraum
Publizierung
Fachmagazin Hotel&Design
Ausgabe April/Mai 2021 · Seite 40-41
Lisa Steckbauer · Christina Fuchs · 2021